Endlich eine Arbeit …

Seit wir in Santa Marta auf Reede liegen ist einiges passiert. Wir waren in Medellin, Bogota, Panama und haben den Kanal durchquert aber manchmal passiert einfach nichts! Auch nicht schlecht, mag der eine oder andere denken, aber mich macht das irgendwie unruhig. Die Hitze und unsere Hafenroutine – Frühstück, Schule, Mittagessen, Schule, Sundowner, Abendessen … zerren langsam an meinen Nerven. Ich spüre immer wieder dieses unlustvolle, unangenehme Gefühl, eine Mischung aus erzwungenem Nichtstun und monotonem Alltag, in mir aufkommen – die anonyme Langeweile! Ganz langsam nähert sie sich von hinten, lauert manchmal hinter jeder Ecke, um dann zuzuschlagen. Miststück! Andererseits behaupten einige Leute, dass sich Langeweile inmitten der totalen Spaßgesellschaft manchmal als intelligente Antwort auf ein überbordendes Angebot aus Dekadenz und Völlerei entwickelt – auch ein interessanter Standpunkt! Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass in den 85 Büchern über Weltumsegelungen, die ich gelesen habe, irgendjemand von Langeweile geschrieben hat. Alle wirken immer irgendwie furchtbar busy, ständig passieren furchtbar aufregende Dinge – das Klo ist verstopft oder die Gasflasche leer – und die Lösungen der Probleme sind immer wahnsinnig anspruchsvoll (Spülen/Auffüllen!?) und einen täglichen Blogbericht wert. Es ist teilweise unglaublich, welche Banalitäten thematisiert werden, vielleicht bin ich ja kaputt, aber mir ist trotzdem langweilig!

Refit (1)

Allerdings bin ich nicht der Einzige, der mit diesem temporären Phänomen zu kämpfen hat. Beim Sundowner finde ich in Ken ich einen Leidenskollegen. Er ist mit seiner Frau vor zwei Jahren in Thailand gestartet und teilt meine Gefühle. Geteiltes Leid ist halt eben doch nur noch halbes Leid. Aber was tun? Ich könnte natürlich mein Englisch verbessern und Vokabeln pauken, oder – ganz verrückt – spanisch lernen, aber ich bin einfach zu träge. Der tägliche Mathematikunterricht mit Felix ist schon anstrengend genug, vor allem, weil das Kind manchmal so rechenunwillig ist. Bevor mich endgültig der Reiseblues erwischt, muss also unsere arme Auriga dran glauben. Ich habe mich für ein gepflegtes „klar Schiff machen“ entschieden. Als erstes wird das Deck gesäubert. Nachdem wir ungefähr ein halbes Kilo Kohlestaub vom nahegelegenen Verladehafen abgespült haben, geht es mit der Handbürste weiter. Einen ganzen Vormittag wird geputzt und geschrubbt bis die Außentemperaturen 35°C erreicht haben, dann ist Schluss und der innere Schweinehund gewinnt wieder die Oberhand, aber der Anfang ist gemacht!

Refit (3)

Als nächstes geht es dem allgegenwärtigem Flugrost an den Kragen. „Als Flugrost bezeichnet man nach DIN 50 900, Teil 1 eine beginnende Korrosion von Eisen oder Stahl. Die Flugrost geht zurück auf feine Eisenstäube, die an der Luft rosten und sich auf Gegenständen niederschlagen. Sie entstehen beispielsweise am Bremssystem alter Eisenbahnen. Metallteile in der Umgebung der Staubquelle sehen verrostet aus, obwohl nur die Oberfläche von Roststaub bedeckt ist“. Aus Herbert Beneke: Lexikon der Korrosion und des Korrosionsschutzes. Vulkan-Verlag, Vulkan-Verlag einfach unglaublich! Zur Rostbeseitigung genügt angeblich ein einfaches Abwischen des Staubes. Lieber Herr Beneke, das glauben Sie doch selbst nicht, oder? Ohne eine gehörige Portion „Rost Remover“ und kräftigem Schrubben geht nämlich gar nix! In einem viertägigen Putzmarathon werden Reeling, Wanten, Beschläge, Geräteträger, Badeplattform, Zierleisten und andere Edelmetallteile an unserem Boot gereinigt und poliert, bis sie sich dem Blitzen in der Sonne nicht mehr verweigern können. Die körperliche Arbeit weckt alte Lebensgeister, tut mir gut und die Langeweile hat sich die letzten Tage auch nicht blicken lassen!

Kol1 (38)

Jetzt ist das Cockpit fällig. Die Holzauflage auf unseren Sitzbänken beginnt schon langsam zu modern und auseinanderzufallen – also weg damit. Allerdings sieht unser Cockpit jetzt ziemlich öde aus. Sollen wir doch zum äußersten greifen und es komplett renovieren? Die Frage beschäftigt mich mehrere Tage. Argumente werden abgewogen, wir diskutieren mögliche Lösungen, leider ist alles mit viel Arbeit verbunden – puh. Um den Kopf frei zu bekommen machen wir einen kurzen Ausflug und besuchen Simon Bolivars Sterbeort in Santa Marta! Wer sich in Südamerika aufhält kann ihm einfach nicht entkommen – Simon Bolivar. In keiner noch so kleinen Stadt, wo nicht eine Straße, ein Platz, eine Schule, eine Universität oder ein Flughafen nach ihm benannt oder er irgendwo im Zentrum mit einer Statue verewigt ist. Aber auch international ist er ein beliebter Namensgeber. Der 1911 entdeckte Asteroid 712, eine Zigarrenmarke, ein südamerikanischer Staat, eine Währung sowie ein venezolanischer Verdienstorden wurden nach ihm benannt, die UNESCO verlieh von 1983 bis 2004 den Simón-Bolívar-Preis, die Marine der Vereinigten Staaten nannte ihr 1964 fertiggestellte strategische Atom-U-Boot USS Simon Bolivar. Auch in Deutschland diente er als Namensgeber für Straßen und Plätze. Statuen von ihm können vor dem Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin-Tiergarten, in Bonn in einer Anlage an der Friedrich-Ebert-Allee oder auf dem Gelände der Universität Bremen bestaunt werden. Also wer war Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar Palacios y Blanco genannt „El Libertador“? Geboren wurde er am 24.07.1783 in Caracas, Neugranada; gestorben ist er am 17.12.1830 in Santa Marta, Großkolumbien.

Die nun eigentlich folgende zweiseitige Zusammenfassung der südamerikanischen Unabhängigkeitsgeschichte habe ich wieder gelöscht, weil meine Frau beim Lesen eingeschlafen ist. Auf alle Fälle war Simon Bolivar ein südamerikanischer Unabhängigkeitskämpfer und ist Nationalheld mehrerer südamerikanischer und karibischer Länder. Er führte die Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanische Kolonialherrschaft in Venezuela, Kolumbien und Ecuador an und griff auch in die Unabhängigkeitsprozesse Perus und Boliviens entscheidend ein. Letzendlich trat er nach einer gescheiterten Konferenz über den Zusammenhalt Großkolumbiens 1830 von allen seinen politischen Ämtern zurück. Bolívar entschloss sich, Exil auf den Karibischen Inseln oder in Europa zu suchen. Bevor er den Kontinent jedoch verlassen konnte, starb er am 17. Dezember 1830 in Santa Marta an einer Mischung aus Malaria, Tuberkulose und Leberzirrhose. Nach seinem Tod zerfiel Großkolumbien in die einzelnen Staaten Ecuador, Venezuela und Kolumbien. Simon Bolivar hielt sich genau elf Tage auf einer Hacienda in Santa Marta auf, bevor dort den Löffel abgab. Das ehemalige Anwesen Quinta de San Pedro Alejandrino beherbergt heute das Bolivar-Museum, den botanischen Garten, ein Ehrenmal des Befreiers sowie eine Kunstausstellung. An einem Freitagvormittag machen wir uns zusammen mit Annie von der SY Little Wing mit dem Taxi auf und erreichen nach 10 Minuten die Quinta de San Pedro Alejandrino. Nach einer kurzen Einweisung können wir uns entscheiden, ob wir das Gelände auf eigene Faust erkunden oder einer kostenlosen Führung beiwohnen wollen.

Wir entschließen uns für die Führung und erfahren von unserem mehr schlecht als recht englisch sprechenden Führer weniger als von den vielen englisch-sprachigen Erklärungstafeln. Das Bolivarmuseum ist das ehemalige Wohnhaus des Befreiers. Wir stehen also auf histroisch bedeutsamen Boden. Links von uns wurde er bekocht, rechts Klo und Badezimmer – aha – Schlaf- und Arbeitszimmer sind ähnlich spannend, dafür aber nach über 150 Jahren hundertprozentig TBC-frei, wenigstens etwas! Wir wandeln ein wenig durch den botanischen Garten, können ein paar Iguanas und tropische Vögel beobachten und erreichen schließlich das angemessen, protzige Ehrenmal Bolivars. Das ist allerdings Klasse. In einer großen Marmorhalle steht eine Skulptur des Freiheitskämpfers. Je nachdem, von welcher Seite man den Libertador betrachtet, sieht man den jungen, engagierten oder alternden Mann – sehr schöne Gesichte, möchte ich auch in meinem Mausoleum mal haben. Danach noch die Ausstellung über zeitgenössische südamerikanische Malerei besucht und schon sind zwei Stunden vorbei! Die anonyme Langweile hat also keine Chance!

Während Annie und Antje zurück zur Marina fahren, suche ich den nahegelegenen Baumarkt auf, mein zweites Zuhause für die nächsten zwei Wochen, was ich allerdings in diesem Augenblick noch nicht richtig realisiere. Ich besorge etwas Schleifpapier und eine Dose weißer Farbe für eine Probebehandlung unseres Cockpits. Zurück auf der Auiga werden die besorgten Utensilien sofort ausprobiert und es sieht echt gut aus – Scheiße, dann wird es wohl doch auf eine Komplettrenovierung rauslaufen! Am nächsten Tag geht es los. Ich bin für die nächste Woche vom Unterricht befreit und lege los. Als erstes wird alles, was möglich ist, abgeschraubt. Fangen wir doch einfach mal mit den Winschen an – Okay. Unglücklicherweise sind keine Schrauben oder ähnliche Befestigungsvorrichtungen zu sehen. Also ab ins Internet und bei Antal nach einem Manual suchen. Gibt es natürlich nicht mehr, weil die Winschen schon zu alt sind. Geht ja schon mal gut los. Also bei Youtube suchen! Nach zwanzig Minuten stoße ich auf ein Wartungsvideo – super. Ach, da muss nur ein Sicherungsring gelöst werden, dass ist ja einfach. Eine halbe Stunde später sind die Winschen abgebaut und so geht es weiter. Allerdings ist es gegen 13 Uhr bereits wieder so heiß, dass an ein Weiterarbeiten nicht zu denken ist, aber ich habe doch einiges geschafft. Die nächsten zwei Tagen geht es fröhlich so weiter, was sich mir nicht sofort ergeben will, wählt den Weg der rohen Gewalt, aber es klappt ganz gut. Da unsere Backskistendeckel angenietet sind, müssen die Nieten durchgebort werden, was zu meiner Überraschung relativ problemlos klappt oder am zunehmenden Verrottungsgrad der Nieten liegen mag. Zum Schluss reiße ich noch das Motorpanel inklusive Einbaurahmen aus dem Cockpit und dann ist es geschafft, Teil 1 der Operation Refit ist abgeschlossen.

Mittlerweile ist es Ende Juni und ich werde als Lehrer wohl noch länger ausfallen. Die gute Nachricht für Felix ist, dass der Matheunterricht erst wieder aufgenommen wird, wenn er das 13. Lebensjahr erreicht hat! Mittlerweile hoch motiviert kann es weiter gehen, aber vorher erstmal ein Kurzbesuch im Baumarkt!. Die zwanzig Blatt 360iger Schleifpapier sind ja auch auf spanisch nicht schwer zu besorgen, aber bei Primer- und Farbspray wird es schon schwieriger. Mehr oder weniger ratlos stehe ich vor dem Regal und lese mir spanische Gebrauchsanweisungen durch! Da sich:“Pintura en aerosol ideal para superficies de madera, metal, paredes, ceramica o plastico que deban restauradas, protegidas y/o decoradas. Acabado parejo y uniforme, de mayor resistencia. Alto cubrimiento, alto rendimiento, con filtro UV para mayor duration y un secamiento ultra rapido“ eigentlich ganz gut anhört und die Worte superficies plastico, restauradas, resistencia und filtro UV vorkommen entscheide ich mich spontan für die „Pintura Multisuperficie, Blanco Mate! Außerdem handelt es auch noch um eine Zwei-Komponentenfarbe, da kann ja nichts mehr schief gehen, oder? Ausgerüstet mit zwei Dosen Primer und sechs Dosen Farbe geht es zurück auf´s Schiff. Die nächsten zwei Tage wird erstmal per Hand geschliffen – ich hasse es schon nach einer Viertelstunde, überall runde Ecken (für unsere sprachanalytisch gebildeten Leser, mein Lieblingsoxymoron), es ist zum Kotzen!. Natürlich reicht das Schleifpapier nicht, war ja klar. Bevor ich wieder in den Baumarkt tigere kann ein zweiter Farbtest ja nicht schaden, schließlich habe ich ja Plastikprimer – oder so – besorgt. Ich öffne die Dose und der Sprühkopf fehlt natürlich, na super. Also kein Farbtest und doch erst in den Baumarkt, ist ja mit dem Taxi nur eine halbe Stunde einfach. Im Baumarkt erst zum Schleifpapier, danach einen Sprühkopf abmontieren und zurück zum Boot. Zu meiner persöhnlichen Motivation wird zunächst der zweite Farbtest durchgeführt – sehr schön und dann der Rest des Cockpits abgeschliffen. Antje hat die eher unglückliche Aufgabe den Einbaurahmen des Motorpanels zu schleifen und die abgebauten Kleinteile zu reinigen, aber das macht sie sehr gut!

Nach einem weiteren Tag hat es sich ausgeschliffen, dreimal gründlich das ganze Cockpit geputzt, zum Schluss alles mit Aceton entfetten und dann kann gesprüht werden. Antje und Felix werden in die klimatisierte Captainslounge der Marina verbannt und ich beginne mit dem Plastikprimer. Natürlich reichen zwei Dosen nicht und so muss ein wenig improvisiert werden. Eine Stunde in der Captainslounge abkühlen und danach die erste Farbschicht auftragen. Eigentlich sollte eine Dose für einen Quadratmeter reichen, aber offensichtlich ist die Oberfläche unseres Cockpits größer. Das größte Problem ist, dass ich bei 33°C Außentemperatur auf den frischen Farbanstrich schwitze und Farbfehler verursache. So eine Scheiße. Ich könnte schon wieder durchdrehen! Nach drei Stunden können wir unsere Auriga wieder betreten. Das erste Ergebnis ist nicht schlecht, aber durchaus verbesserungswürdig. Nach 24 Stunden kann erneut geschliffen werden, aber sicher nicht mehr mit der Hand, abgesehen von den Oxymoronen! Also wieder zum Homecenter, einen Exzenterschleifer und noch mehr Farbe besorgen. Wir finden ein handliches Schleifgerät von Markita, besorgen unterschiedliche Schleifscheiben und kaufen nochmal zwölf Dosen der 2-Komponentenfarbe. Nachdem Schleifen kann ich allerdings wegen zu viel Wind keine neue Farbschicht auftragen und habe nach einer gründlichen Cockpitreinigung eine Zwangspause. Natürlich nutze ich die Zeit für einen Ausflug in den Baumarkt, um mir noch einen vernünftigen Atemschutz zu besorgen, da meine sowieso schon malträtierten Atemwege, was sicher nicht am Rauchen liegen kann, beim ersten Sprühen doch etwas gelitten haben. Antje und Felix werden wieder vom Schiff entsorgt und ich kann mich an die Arbeit machen. Nach zwei Stunden ist die zweite Lackschicht drauf, die Dosen haben geradeso gereicht und es sieht jetzt wirklich gut aus! Jedoch läßt der Gesamteindruck nach dem Schleifen am nächsten Tag etwas nach. Mich packt jetzt der Ergeiz und ich entschließe mich für eine dritte Farbschicht. Am Vormittag geht es mal wieder ins Homecenter, hier erwartet mich allerdings ein schwerwiegendes Problem – ich habe bereits die gesamte 2-Komponentenfarbe in Blanco Mate aufgekauft – Mist. Da hilft woll nur ein anderer Hersteller. Also studiere ich wieder spanische Gebrauchsanweisungen und entscheide mich spontan für den einzigen anderen Hersteller mattweißer Farbe in Dosen.

Vorsichtshalber erstehe ich gleich alle 16 verfügbaren Dosen und ziehe wieder von dannen. Am Sonntag ist relative Windstille angesagt, die Famile wird auf einen Ausflug nach Minca abkommandiert und ich habe freie Hand. Nach der üblichen Vorbereitungs- und Vermumungsaktion geht’s los. In den nächsten drei Stunden verarbeite ich 14 Dosen Farbe, mir läuft bei 33 °C der Schweiß aus den Handschuhen, aber das Ergebnis ist wirklich ansprechend. Ich schälle mich aus meinem Schutzanzug und gehe erstmal duschen. Eine Stunde später ist die Farbe bereits trocken und muss nur noch durchhärten. Ich nutze die Zeit, räume den Müll der letzten zwei Wochen aus dem Schiff und fühle mich großartig. Nachmittags kommt die Familie zurück, das Boot ist inzwischen gut durchgelüftet und wir gehen zur Feier des Tages noch zum Essen. Am nächsten Tag führe ich die finalen Schleifarbeiten durch und genehmige mir dann einen freien Nachmittag.

Refit (22)

Da unsere alte Holzauflage entsorgt wurde, wollen wir die Sitzflächen im Cockpit mit Decksbelag bekleben. Das bedeutet mal wieder Schablonen anfertigen, auf den Decksbelag übertragen, alles ausschneiden, nachbessern und anschließend kann geklebt werden. Glücklicherweise ist der Kleber, den ich im Herbst aus Deutschland mitgebracht habe, noch 6 Wochen haltbar. Nach zwei Tagen ist alles erledigt und das Cockpit macht jetzt einen richtig guten Eindruck. Die nächsten beiden Tage werden alle abmontierten Cockpitteile nochmals gereinigt und danach mit Sikaflex ordentlich eingeklebt oder angenietet und schon ist nach einer 16-tägigen Behandlungszeit das Refit unserer Cockpits abgeschlossen. Fazit – für einen Anfänger sieht es gar nicht schlecht aus und ich habe nur 34 Dosen Farbe verbraucht.

Natürlich haben wir die letzten Wochen nicht nur am Cockpit gearbeit oder Felix unterrichtet, sondern hatten auch reichlich Sozialkontakte. Innerhalb der letzten vier Wochen hat sich eine richtige deutsche Seglergemeinschaft in Santa Marta eingefunden. Zuerst kamen Kiki und Stefan mit der SY Sawadi aus Panama. Eigentlich wollten sie noch bis Curacao weiter, haben sich aber dann entschieden, nicht 300 sm gegen Wind und Strömung zu segeln, sondern ihr Boot in Santa Marta liegen zu lassen, bevor es für ein paar Monate nach Deutschland geht. Da Stefan die letzten sieben Jahre auf den San Blas Inseln verbracht hat, ist er natürlich ein gefragter Gesprächspartner unter den Seglern. Unglücklicherweise hat er seit seiner Ankunft Probleme mit dem temporären Import seines 36 ft Bootes und so tingelt er seit Wochen zwischen Marina Büro, Customs und Port Capitaneria hin und her, ohne dass wirklich etwas passiert. Seine täglichen Berichte sind teilweise wirklich haarstrübend und zum Verzweifeln – armer Tropf. Kurz darauf trifft die SY Mango mit Isabella, Nick und ihren beiden Kindern aus Curacao ein. Die vier Thüringer sind schon fast zwei Jahre unterwegs und wollen ebensfalls bis nach Australien segeln. Vor kurzen sind sie zu den San Blas Inseln aufgebrochen. Ich denke, wir werden sie in der Shelter Bay in Panama wieder treffen und wir freuen uns darauf. Zum Schluss kamen noch Jochen und Sabine von der SY Atanga hier an. Die beidem Glücklichen sind seit 2014 mit offenem Ende unterwegs, sehr beneidenswert. So viele deutschsprachige Segler haben wir seit den kanarischen Inseln nicht mehr getroffen. Wir genießen es, bei den täglichen Sundownertreffen mal wieder richtig deutsch sprechen zu können. Da fehlt eigentlich nur noch die SY Samantha mit Alex und Birger und die sind vor einer Woche in Martinique gestartet und sollten in den nächsten Tagen hier eintreffen – wir freuen uns riesig. Leider haben die beiden es nicht mehr zu Felix Geburtstag geschafft. Ja, ja, unser Kleiner wird schon wieder ein Jahr älter und darf sich jetzt offizell als Teenager fühlen. Lieber Felix, wird sind wirklich sehr stolz auf Dich und hoffen, dass du die nächsten 18 Monate bis Australien noch durchhältst mit deinen beiden Alten.

Fair winds und bis bald,

eure Heimwerker und das Geburtstagskind von der Auriga

Für eine Hand voll Pesos …

Nach unserer Rückkehr aus Bogotá erwartet uns in Santa Marta die übliche Bullenhitze. Wir kommen am frühen Abend zum Schiff und schmeißen erstmal alle unsere Ventilatoren an, um die stickige Luft aus dem Boot zu vertreiben. Nach 10 Minuten läuft die Klimanalage und die Innentemperatur sinkt langsam von 34°C auf angenehme 25 °C. Wir schlappen noch kurz zum Essen und dann ist Ende Gelände – Gute Nacht!

Am Montag beginnt pünktlich um 09:00 Uhr die Schule – was für ein Stress. Obwohl wir in Gedanken noch in Bogotá sind und die letzten Eindrücke noch nachwirken, darf die Schulbildung von unserem Kind nicht vernachlässigt werden. Glücklicherweise sind die letzten Prüfungsergebnisse wirklich sehr gut (Bio 2, Französisch 1, Mathe 1), aber trotzdem startet die Schule pünktlich. Da der Unterricht bis 16:30 Uhr dauert, kommen wir tagsüber nur wenig aus dem Boot und blassen langsam ab. Ich sehe schon wie ein gewöhnlicher Tourist aus, dabei wollte ich doch an meiner Zwischenfingerbräune arbeiten! Durch den Schulalltag vergehen die einzelnen Tage wie im Flug, für Ausflüge in Santa Marta ist nur wenig Zeit. Ruck Zuck ist schon wieder eine Woche vorbei. Trotzdem haben wir endlich unsere defekte Kamera reparieren lassen können. Während wir in der Karibik und auf den ABC-Inseln immer die gleiche Antwort auf unsere Reperaturanfrage bekommen – Sorry, die muss zum Hersteller geschickt werden – finden wir in Santa Marta einen Fotoladen, der es drauf hat. Nach zwei Tagen bekommen wir unsere Kamera voll funktionsfähig zurück und bezahlen gerade mal 15 Euro dafür. Ist schon interessant, oder? Außerdem haben wir es endlich geschafft, uns Visitenkarten drucken zu lassen. Ist halt doch einfacher, als unsere Blogadresse immer auf irgendwelche Zettel zu schmieren und ganz hübsch sind sie auch noch geworden.

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Neben Schule steht vor allem Essensbeschaffung auf dem Programm. Am Samstag besuchen wir den Markt in der Stadt, um uns für den Rest der Woche mit Obst- und Gemüse einzudecken. Er ist zwar deutlich versiffter als in Medellin oder Bogota, dafür ist er vom Angebot absolut konkurrenzfähig mit den beiden größeren Brüdern. Das Preisniveau lässt uns immer wieder staunen und wir fragen uns, wie die Obst- und Gemüsehändler von ihrem Verdienst Leben können. Für eine Hand voll Pesos erstehen wir 2 kg Kartoffeln (0,60 Euro), 2 kg Rüben (0,50 Euro), 2 kg Zwiebeln (1 Euro), 1,5 kg Avocados (2 Euro), 12 äußerst leckere kleine Mangos (1,60 Euro), einen Salat (0,50 Euro), 250 g Erdbeeren (0,60 Euro), eine Ananas (0,60 Euro), 1 kg Baumtomaten (1 Euro)…. es ist wirklich unglaublich und die Qualität sehr gut. Schwerbepackt fahren wir mit dem Taxi in die Marina zurück. Anschließend breitet sich der Duft reifer Mangos in unserem Boot aus und es gibt erstmal ein schönes Mango-Lassi – sehr, sehr lecker!

Der Einkauf wurde gut geplant, weil wir seit unserer Rückkehr aus Bogotá aus Gesundheits- und Gewichtsgründen zwei 500 Kalorientage pro Woche einlegen wollen. Langfahrtensegeln ist halt eher doch ein bewegungsarmer Sport und bei der Höllenhitze sind Aktivitäten außerhalb des Bootes einfach nicht drin. Also muss die Kalorienzufuhr reduziert werden. Morgens bekommt jeder ein Schüsselchen (Eierbechergröße) faden Naturjogurt. Zum Lunch werden zwei hart gekochte Eier und eine Baumtomate serviert. Höhepunkt des Tages ist eine Rüben-Zwiebel-Zucchini-Pfanne – na hoffentlicht hilft es auch was! Ich hoffe, der Speiseplan wird sich im Laufe der Zeit noch verbessern, sonst fange ich an, an der Tischplatte zu knabbern. Die erste Woche lief ganz gut und Felix will in der zweiten Woche mit Einschränkungen aus Solidarität auch mitmachen. Schönes neues Familienprojekt. Am Sonntagvormittag haben wir sogar einen Ausflug ins hiesige Goldmuseum geschafft. Der kleine Ableger des Museo del Oro in Bogota zeigt vor allem Fundstücke aus der Sierra Nevada de Santa Marta. Die Ausstellung ist nicht schlecht, aber natürlich kein Vergleich! Interessant war allerdings die Vorstellung der einzelnen Indianervölker innerhalb des Departamento Magdalena. Kurz vor seinem Tod hat Simon Bolivar in diesem Haus gewohnt, weshalb natürlich auch einige Räume dem großen Befreier gewidmet sind. Außerdem haben wir noch eine Free Walkingtour in Santa Marta mitgemacht. Eduardo, unser Guide, hat viel Interessantes über unsere jetzige Wahlheimat zu berichten. Vor allem wissen wir jetzt, aber wo sich der hiesige Schwarzmarkt befindet.

Während unserer Abwesenheit hat sich die Marina langsam wieder gefüllt. Die Segler-Community in Santa Marta wird jetzt von Woche zu Woche größer, da es die in der Karibik verbliebenen Boote langsam in die hurrikansicheren Gewässer zieht. Hauptanlaufziele sind entweder die südlichen kleinen Antillen (Grenada/Trinidad und Tobago), die ABC-Inseln, Kolumbien oder Panama. Es kommen praktisch nur noch Blauwassersegler an. Jeder Neuankömmling in Santa Marta wird herzlich begrüßt und zum abendlichen Sundowner eingeladen. Täglich ab 17:30 Uhr trifft sich die internationale Runde aus Niederländern, Schweden, Schotten, Amerikanern usw. auf der Marinaterasse zu einem Drink und wir tauschen Neuigkeiten und Tipps aus. Die vor kurzem eingetroffene junge, sympathische Crew der SY Foxy Lady bringt zurzeit neuen Schwung in die Runde und senkt den Alterdurchschnitt ganz erheblich. Die beiden Niederländer und ihre schwedische Begleitung sind einfach herrlich erfrischend und lebensfroh. Die abendlichen Gespräche drehen sich meist um die Pazifiküberquerung oder die Kanalpassage. Einige bleiben nur ein paar Tage und ziehen dann weiter, oder sie machen es wie wir und nützen die Marina als Ausgangspunkt zur Landerkundung. Letzte Woche ist eine amerikanische Familie mit drei Jungs eingetroffen. Endlich mal wieder andere Kinder zum Spielen für Felix. Beim zweiten Treffen wurde das Eis zwischen den Kids gebrochen, mal sehn ob sich eine Freundschaft daraus entwickelt. Da wir in der Marina eine gute Internetverbindung haben, verbringen wir die Abende zurzeit mit fernsehen. Wir haben die Serie „Lost“ als Einstimmung auf den Pazifik für uns entdeckt und schauen gemeinsam jeden Abend ein bis zwei Folgen – alle sind gespannt dabei. Wirklich sehr lustig.

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Unser Unterwasserschiff sieht schon wieder wie Brehms Tierleben aus. Obwohl es vor neun Monaten in Teneriffa komplett renoviert wurde, wir Farbe für 350 Euro draufgeschmiert haben und ein Taucher in Grenada den nachatlantischen Bewuchs entfernte, haben wir schon wieder einen zentimeterdicken Algenteppich inklusive Seepocken, Schnecken und anderem unnützen martitmen Getier am Boot kleben. Das letzte Antifouling war offensichtlich keinen Meter für die Wasserverhältnisse in der Karibik geeignet. Also organisieren wir in der Marina zwei Taucher und lassen es erneut reinigen. Während der Kollege in Grenada mit einer kompletten Tauchausrüstung zum vereinbarten Termin erschien, benützen die Jungs lediglich eine Taucherbrille und Schnorchel. In zwei Stunden tauchen sie das ganze Boot ab und kratzen den ganzen Belag ab – arme Tröpfe! Die teilweise bis zu einem Meter langen Barrakudas im Hafenbecken interessieren sie offensichtlich auch nicht. Dafür tut unserer Auriga der Unterwasserputz richtig gut.

Kolumbien1 (71)

Erfreulicherweise befindet sich die SY Samantha jetzt auf dem Weg Richtung Süden. Wir haben in den letzten Tagen mehrfach konferiert, unsere Reisepläne bis zum Winter abgestimmt und die beiden werden Ende Juni in Kolumbien einlaufen. Wir freuen uns riesig auf Alex und Birger. Wenn alles klappt, werden wir zusammen auf die San Blas Inseln segeln und danach bis Panama weiterziehen. Wir haben uns mittlerweile doch entschieden, nächstes Jahr den Südpazifik noch in Angriff zu nehmen und bis Australien weiter zu segeln. Am Sonntag geht es erstmal via Flugzeug nach Panama. Matthias und Regina haben am 30. oder 31. Mai ihren Termin für die Durchfahrt des Panamakanals. Wie versprochen werden wir ihnen als „Lineholder“ helfen, da jedes Segelboot während der Passage mindestens vier Helfer an Bord haben muss. Wir sind ja gespannt, ob Felix bei den Behörden durchgeht! Wenn sie nur nach dem Aussehen gehen, wird es sicher kein Problem! Nach zwei Wochen Schule freuen wir uns wieder auf ein bisschen Abwechslung.

Fair winds und bis bald,

vom Schulschiff Auriga

Was für ne sch… Hitze

Hitze, die. Feminines Substantiv – war ja klar. Plural: die Hitzen – war nicht klar. Etymologische vom althochdeutschen hizz(e)a, zu heiß. Kommt im Lexikon nach hitverdächtig. Synonyme: Glut[hitze], hohe Temperaturen, Wärme; (umgangssprachlich) Bruthitze, Bullenhitze, Irrsinnshitze; (umgangssprachlich emotional verstärkend) Affenhitze, Bombenhitze, Höllenhitze (religiös motiviert), Mordshitze, Wahnsinnshitze. Häufigste Bedeutung: sehr starke, als unangenehm empfundene Wärme, hohe Lufttemperatur. Kann aber auch Empfindung von starker Wärme im Körper, heftige Erregung, Zornesaufwallung oder Zeit der Läufigkeit, Paarungsbereitschaft bei Tieren bedeuten. Die Hitze gehört zu den häufigsten 10.000 Wörtern im Dudenkorpus und nimmt damit im Sprachgebrauch einen Mittelplatz ein. Sie gehört außerdem zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Hitze (11)

Von Hitze spricht man beispielsweise bei einer hohen Lufttemperatur, besonders in den Tropen und Wüsten, in den jeweiligen Sommermonaten jedoch auch in den Subtropen und gemäßigten Breiten. Der Begriff wird dabei ganz allgemein als Ausdruck für ungewöhnlich hohe Lufttemperaturen verwendet, meteorologisch als Hitzeanomalie bezeichnet. Besonders heiße Tage wurden in den mittleren Breiten früher durch eine Tageshöchsttemperatur von über 25°C definiert, wobei man dann von einem Sommertag sprach. Diese Bezeichnung ist jedoch – nicht zuletzt durch den gegenwärtigen Klimawandel – veraltet, und wurde durch den Begriff des Heißen Tages (Hitzetag, Tropentag >30°C) ersetzt, zunehmend findet sich auch der Wüstentag (Temperatur > 35 °C), ergänzt durch den Begriff der Tropennacht. Eine ungewöhnlich lange Phase von aufeinander folgenden heißen Tagen bezeichnet man auch als Hitzewelle…

Hitze (10)

Nachdem wir von Medellin zurück gekommen waren, erwartete uns in Santa Marta eine Gluthitze, die uns an unseren Start in Italien erinnerte. Bereits bei unserer Ankunft am Abend liegen die Temperaturen noch weit über 30 °C. Tagsüber kletterte das Thermometer im Durchschnitt auf 35°C – klassischer Wüstentag. Bei dieser Bruthitze werden Unternehmungen jeder Art zu einem Kampf gegen die Dehydrierung. Sobald wir das Boot verlassen, beginnen wir zu schwitzen. Das T-Shirt klebt wie Sicaflex am Körper und der Schweiß rinnt in Sturzbächen herunter. Kennt ihr Kniekehlen – oder Ellenbeugenschweiß? Es ist heiß, heißer … einfach nur heiß! Wir sind außerhalb des Bootes wie gelähmt. Träge schleppen wir uns alle zwei Tage zum Supermarkt, der nur ca. 200 Meter entfernt ist. In der Bullenhitze ist der Weg eine einzige Tortour. Die irrsinnig heiße Luft flimmert über der Straße, der Teerbelag wird schon weich…. wenn ich mich zu langsam bewege, bleibe ich wahrscheinlich kleben und verdörre wie eine sonnengetrocknete Tomate!

Die Höllenhitze, die UV-Strahlung und die salzige Luft machen unserer Auriga ebenfalls zu schaffen. Also wird unser Schiffchen hitzebeständig verpackt, ganz Christolike! Das Großsegel wird eingetütet, Sonnensegel gespannt, der Chinese mit einer Einkaufstüte verschönert und unser Dingy mit seiner Abdeckung versehen. Wir haben lustige, gestreifte Mützchen für unsere Winschen gebastelt. Am Heck wurde bis auf den Foerthmann alles abgebaut und verstaut. Der Dieseltank bis zum Anschlag gefüllt, um die Bildung von Kondenswasser zu minimieren. Unter Deck wird Platz geschaffen, geputzt und aufgeräumt. Jetzt können wir guten Gewissens noch ein paar Wochen in Santa Marta bleiben … nur die Hitze schafft uns echt!

Wegen der Mordshitze bleiben wir tagsüber solange wie möglich im gut klimatisierten Boot und kommen erst bei Sonnenuntergang wie Zombies den Niedergang hinaufgekrochen. Zum Glück befinden wir uns in einem riesigen Land mit reichlich kühlen Hochlagen, wo es einiges zu erkunden gibt. Also entwicklen wir einen neuen Plan. Wir wollen in Zukunft eine Woche ins Hochland reisen, um der Wahnsinnshitze zu entgehen, und eine Woche in Santa Marta bleiben. Um nicht mit dem Schulstoff für Felix zu weit zurückzufallen, wurde zu seiner Freude der Nachmittagsunterricht eingeführt. Nach heftigen Protesten, sinnlosen Diskussionen und mehreren Verwünschungen beginnt das neue Programm am 01. Mai – ist ja schließlich Tag der Arbeit! Mit dem neuen Konzept sind Schüler und Lehrer bis nachmittags um 16:30 Uhr aufgeräumt und wir haben jeden Grund unter Deck zu bleiben. Vormittags wird Mathematik, Französisch, Englisch und Deutsch gelehrt, während am Nachmittag Erdkunde, Biologie und Reisevorbereitungen auf dem Programm stehen. Die ersten Tage laufen ganz gut und wir werden das neue System wohl beibehalten.

Mittlerweile haben wir mal wieder mit der SY Samantha telefoniert. Alex und Birger wollen von Antigua nach Süden segeln und Ende Mai auf den ABC-Inseln sein. Wir haben beschlossen hier in Santa Marta auf die beiden zu warten und wollen danach mit Ihnen weiter Richtung Cartagena und Panama segeln. Wir freuen uns schon, wenn wir unsere Freunde aus Aachen wieder sehen werden. Matthias und Regina von der SY Jasina haben mittlerweile die Shelter Bay nahe Colon in Panama erreicht und bereiten die Kanalpassage vor. Dazu wird ihr Boot von der Kanalgesellschaft vermessen und basierend auf diesen Daten der Passagepreis berechnet. Bin gespannt wieviel sie für die Kanaldurchfahrt blechen müssen. Da das Boot der beiden ebenfalls nur knapp 10 Meter lang ist, kleines Boot – große Reise, werden wir einen aktuellen Anhaltspunkt für die Kanalkosten haben. Schließlich wollen wir Ende des Jahres auch noch durch den Kanal, Bin ja gespannt, wann sie ihren Passagetermin bekommen, da zurzeit durchaus Wartezeiten von bis zu vier Wochen drin sein können. Wir sind weiterhin entschlossen, die beiden während der Kanaldurchfahrt zu unterstützen, schließlich kann ein bisschen Übung ja nicht schaden! Da der Panamakanal auf der Pazifikseite in Panama City endet, werden wir natürlich die Gelegenheit nutzen und uns im Anschluss noch die Stadt und den Hafen ansehen.

Hitze (19)

Fast alle Freunde und Bekannten von der Odyssee bereiten sich inzwischen schon auf die Rückkehr nach Europa vor. Die meisten werden in der zweiten Maiwoche starten, da dann die Bedingungen für die Überfahrt zu den Azoren gut sind und insgesamt mit weniger Schwerwetter zu rechnen ist. Wir beneiden die vielen Crews nicht. Schon wieder Atlantik, da haben die doch auch schon alles gesehen – oder? Wir freuen uns jetzt aber erst einmal auf unsere nächste Reise in die Hauptstadt Kolumbiens nach Bogota. Die drittgrößte Stadt Südamerikas hat neben den 8,5 Millionen Einwohnern einiges zu bieten. Außerdem liegt sie 2500 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Hochplateau in den östlichen Anden und verspricht mit einer Durchschnittstemperatur von 18 °C angenehmes Sightseeingklima. Am Dienstag geht’s los.

Fair winds und bis bald,

euer Hitzeopfer von der Auriga

Kolumbien – Liebe auf den ersten Blick!

Montagmorgen haben sich alle Bedenken in Luft aufgelöst. Bei Hans bezahlen wir unsere Liegegebühr, schaffen eine Übersichtskarte für die süd-westliche karibischen See an und bekommen zu unserer Überraschung noch einen echt klasse Cruising Guide für Kolumbien geschenkt, vielen Dank. Dann heißt es bye, bye Aruba, ayo ABC-Inseln! – für uns kein leichter Abschied. Bevor wir zum Ausklarierungspier umsiedeln können, melden wir uns vorschriftsmäßig bei Port Control, bekommen die Freigabe und tuckern los. Die Beamten von Custom und Immigration sind schon vor Ort und die Formalitäten können rasch erledigt werden, wie auf den anderen Inseln der ehemaligen niederländischen Antillen ist alles umsonst. Wir verlassen den Hafenkanal durch die nördliche Zufahrt, bringen den Foerthmann in Stellung, rollen unsere Genua aus und setzen Kurs 300° auf den 100 nm entfernten nördlichsten Punkt des südamerikanischen Kontinents – Punta Gallina. Bei 4-5 Bft. achterlichem Wind und bis zu 2 kn westlicher Strömung machen wir zwischen 6-7 kn Fahrt. Bei der Geschwindigkeit haben wir das Gefühl uns anschnallen zu müssen, wir düsen ganz schön und erreichen ein Rekord-Etmal von 150 nm. Am zweiten Tag lassen Wind und Strömung etwas nach, aber trotzdem erreichen wir Santa Marta am Mittwoch Nachmittag, nach nur 53 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,7 kn! Offensichtlich wird unsere Auriga magisch von Kolumbien angezogen.

Kol1 (40)

Wir melden uns via VHF in der Marina Santa Marta an, werden kurz darauf von zwei Marineros in einem Dinghi empfangen und zu unserem Liegeplatz geleitet. Antje legt entspannt an, wir müssen uns allerdings nach 15 Minuten wieder verlegen, weil der zugewiesene Liegeplatz leider besetzt ist. Bei einer Affenhitze machen wir wieder alle Leinen klar, legen ab, fahren einmal um den Ponton herum und legen mit vielen helfenden Händen wieder an. Wir klären mit den Marineros die Stromversorgung, unser neuer Adapter kommt planmäßig zum Einsatz und wir melden uns danach in der Marina an. Seitdem wir vor über 14 Monaten Afrika / Agadir verlassen haben, haben wir heute zum ersten Mal wieder Festlandboden unter den Füßen. Im Marinabüro werden wir sehr, sehr herzlich empfangen und mit allen Einrichtungen vertraut gemacht, ein Marinaagent übernimmt für uns die Einklarierungsformalitäten. Kurz darauf besucht uns Matthias von der SY Jasina, er und seine Freundin Regina liegen mit ihrer Etap 32 seit etwa fünf Monaten hier, gibt uns ein paar Tipps und wir verabreden uns für den nächsten Abend – schöner Auftakt. Die Marina Santa Marta liegt direkt an der Strandpromenade und nur ein paar Meter vom historischen Stadtzentrum entfernt. Direkt neben den Wellenbrechern der Marina befindet sich ein langer, schöner Sandstrand. Nach einer herrlichen Dusche wollen wir natürlich noch zum Essen gehen.

Der Zugang zur Marina wird von mehreren Wachleuten und einem Soldaten mit angeschlagener MG bewacht. Mein Sicherheitsbedürfnis ist sofort aufs Höchste befriedigt, hier müssen wir uns auf alle Fälle keine Sorgen um unser Hab und Gut machen. Wir erkundigen uns nach dem nächsten Geldautomaten, heben gleichmal eine halbe Million Pesos (ca. 150 Euro) ab und fühlen uns wie Millionäre! An der Strandpromenade haben wir die Qual der Wahl. Es gibt jede Art von Restaurants und die Preise sind überschaubar … günstig … praktisch extrem billig. Wir finden auf keiner Speisekarte ein Hauptgericht für mehr als 10 Euro. Seit unserer Ankunft punktet Kolumbien schon zum dritten Mal! Nach einem gepflegten Dinner mit einer Flasche Wein und anschließendem Dessert sind wir gerade mal 120.000 Pesos los. Obwohl wenig englisch gesprochen wird, klappt die Verständigung trotzdem ganz gut und die Menschen sind unheimlich herzlich und freundlich. Ich fühle den Beginn einer großen Liebe! Nach dem Essen schlendern wir zurück, fallen todmüde in unsere Kojen und schlafen erstmal richtig aus.

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Santa Marta ist die Hauptstadt des Departamento del Magdalena und liegt im Nordosten des Landes relativ nah an der Grenze zu Venezuela. In Santa Marta leben 480.000 Menschen, im ganzen Departamento 500.000! Die Straßen sind geometrisch angelegt. In Nord-Süd-Richtung verlaufen die Carreras, die Wege von Ost nach West werden als Calle bezeichnet. Alles ist durchnummeriert, es gibt kaum Straßennamen, aber dadurch fällt die Orientierung sehr leicht. Nördlich von Santa Marta befindet sich die Sierra Nevada de Santa Marta mit den höchsten Bergen Kolumbiens, dem Pico Cristóbal Colón sowie dem Pico Simón Bolívar, die beide über 5.700 Meter hoch sind. Die Berge gehören zu den nördlichen Ausläufern der Anden (Kordillere) und sind damit das höchste Küstengebirge der Welt. Vom Meeresgrund aus gesehen sind die beiden schneebedeckten Gipfel praktisch über 10.000 Meter hoch. Santa Marta wurde am 29. Juli 1525 vom Conquistador Rodrigo de Bastidas als eine der ersten heute noch bestehenden spanischen Städte auf dem amerikanischen Festland gegründet. Ca. 16 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich die Quinta de San Pedro de Alejandrino, auf der am 17. Dezember 1830 der Freiheitskämpfer Simon Bolivar verstarb. Santa Marta ist eine der wichtigsten Hafenstädte im Norden Kolumbiens. Rund um die Stadt wird intensiv Landwirtschaft betrieben, es werden Palmen, Bananen und Mangobäume angepflanzt.

Am nächsten Morgen stehen um 09:00 Uhr die Einklarierungsbehörden auf der Matte – ups. Bei uns sieht es mal wieder aus….! Ein Beamter kommt an Bord um das Boot zu inspizieren. Wir müssen alle Unterlagen vorlegen, zum ersten Mal wird auch unser Gelbfieberimpfstatus überprüft, unser Bad (haha!) kontrolliert, aber alles ist okay und nach einer Viertelstunde zieht der Offizielle wieder ab, wir bekommen unsere Pässe zurück und dürfen 90 Tage in Kolumbien bleiben. Danach ist Felix gefragt, weil die nächste Bio-Schulaufgabe ansteht. Anschließend ist unser Sohn natürlich so erschöpft, dass er nicht in der Lage ist, in die Stadt mitzukommen. Mama hat mal wieder Verständnis und das Kind darf an Bord bleiben, während wir uns aufmachen. Zuerst besuchen wir aber die SY Jasina und machen unser Date für den Abend klar. Wir dürfen an Bord kommen und ich entdecke eine kleine kompakte Klimaanlage – A dream comes true! Wir erfahren, dass Klimaanlagen dieser Art überall erhältlich sind und ich habe sofort ein neues Objekt der Begierde, eine Haceb muss her! Da die beiden nächste Woche nach Panama wollen und anschließend in den Pazifik, schenken sie uns auch noch ihren Kolumbienreiseführer. Danach geht es ins Marinabüro, weil wir beschlossen haben, mindestens einen Monat hier zu bleiben, um von hier aus Kolumbien zu erkunden. Unser erstes Ziel in Santa Marta ist natürlich ein Supermarkt. Bei 32°C im Schatten latschen wir los und finden uns in einer richtigen Stadt wieder. Das Verkehrschaos tobt, es stinkt, es ist unglaublich laut, die Luft zum Schneiden, Smog pur, aber wir fühlen uns wohl. Zuerst stoßen wir auf einen Haushaltswarenladen, entdecken einen neuen Mülleimer, eine Köderbox, silikonierte Aufbewahrungsdosen, wir sind im Plastikhimmel – kaufen aber nichts, wir haben schließlich eine Mission. Die Carrera 5 ist Lateinamerika pur. Links und rechts Geschäfte aller Art, vor den Geschäften fliegende Händler und Garküchen, unbeschreiblich, endlich mal wieder Zivilisation. Wir finden den ersten Supermarkt, sondieren das Sortiment, ich entdecke eine Haceb für 110 Euro! Es gibt alles, was das Herz begehrt, die Preise treiben einem nach der Karibik die Tränen in die Augen – wir sind happy. Zigaretten kosten 1,30 Euro, 5 Liter Wasser 1,00 Euro, Grundnahrungsmittel sind etwa 60% billiger als in Europa, Bier gibt es für 0,50 Euro die Dose, Wein ist erschwinglich, Obst und Gemüse auf marokkanischem Niveau. Außerdem kann man echt billig Essen gehen. Für ein durchschnittliches Mittagessen legt man zwischen drei und fünf Euro hin! Wir besorgen ein paar Lebensmittel und fahren mit dem Taxis zur Marina zurück, dabei erfahren wir, dass man innerhalb des Stadtgebietes pro Taxifahrt nur 2 Euro bezahlt.

Am Abend treffen wir uns mit Matthias und Regina und lernen außerdem Hank und Susi kennen. Die beiden Amerikaner sind vor ein paar Wochen mit dem Boot aus Puerto Rico gekommen, waren so begeistert von Santa Marta, dass sie sich gleich um die Ecke eine Eigentumswohnung gekauft haben. Wir beschließen in die Stadt zum Essen zu gehen und verbringen einen kurzweiligen Abend in einem sehr netten Restaurant am Parque de Los Novios, dem Zentrum des Nachtlebens. Im Laufe des Abends erfahren wir viel über Kolumbien, Santa Marta und das Leben hier. Als wir das Lokal verlassen, tobt der Bär vor dem Lokal, Lebensfreude pur. Wir schlendern gemütlich zum Hafen zurück und legen uns erschöpft von so vielen neuen Eindrücken hin. Allerdings ist die Familie bereits um 02:30 wieder fit, es ist wahnsinnig warm und wir werden von einem Haufen Mücken malträtiert. Mitten in der Nacht beginnt eine wilde Jagd auf die kleinen Mistviehcher. Die erste Schlacht können wir zwar für uns entscheiden, allerdings befürchten wir eine langwierige Auseinandersetzung mit den Biestern. Wir müssen definitiv massiv aufrüsten. Obwohl am nächsten Tag Karfreitag ist, haben viele Geschäfte am Morgen geöffnet. Als erstes muss eine Klimaanlage her! Wir laufen wieder zum Supermarkt und erstehen die Haceb, die letzte, die es noch gibt. Danach geht es in die Abteilung Schädlingsbekämpfung – wir decken uns mit Mückengift, Klebefallen und Antimückenmittel ein. Wir wollen doch mal sehen, wer hier der Herr im Haus ist! Zurück an Bord wird die neue Klimaanlage natürlich sofort ausprobiert, mit der Größe einer Mikrowelle passt sie genau in den Niedergang. Wir lassen sie eine halbe Stunde laufen und unsere Kabine ist nach kurzer Zeit angenehm temperiert – sehr schön.

Abends laufen wir bei drückender Schwüle und 30°C zur Kathedrale und wollen uns die Karfreitagsprozession ansehen. Vor der Kirche herrscht Volksfeststimmung, einige Heiligenfiguren sind bereits auf Holztragen aufgestellt. Nach einer Stunde Wartezeit erscheinen sechs Würdenträger und es werden lange, lange Predigten zum Besten gegeben. Da auf dem Platz kein Lüftchen weht, wir mal wieder in unserem eigenem Saft stehen, brechen wir die Aktion Osterprozession ab und suchen uns ein gut klimatisiertes Restaurant auf dem Dach des Strandkasinos mit herrlichem Ausblick über den Hafen und lassen uns ganz unchristlich Steak und Meeresfrüchte schmecken. Wir kehren in unser wohltemperiertes Heim zurück und freuen uns auf eine ruhige Nacht. Als ich am nächsten Morgen aufwache, haben wir eine Innentemperatur von 23 °C – es ist saukalt! Antje hat sich nachts in eine Wolldecke eingerollt, dafür haben wir deutlich weniger Mückenstiche. In den nächsten Tagen werden wir ein bisschen mit den Einstellungen spielen und unser persönliches Wohlfühlklima sicher finden.

Durch die Neuanschaffung der Klimaanlage können wir seit langem wieder bei guten Bedingungen schlafen, aber tagsüber wird es trotz Windsegel unter Deck schweineheiß und unsere beiden kleinen Kabinenventilatoren bringen nur wenig Bewegung in die stehende, feuchte Luft. Nächstes Tagesziel – ein neuer Ventilator muss her. Vormittags schreibt Felix noch eine Deutschschulaufgabe, während ich die Jasina besuche. Matthias bekommt unseren alten, kaputten elektrischen Autopiloten (wir haben zwei vom gleichen Typ) und ich dafür einen aktuellen Cruising Guide für Panama. Da Matthias Schiffsingenieur ist, nutze ich die Gelegenheit und löchere ihn mit Fragen über dieses und jenes. Gleichzeitig kontrolliere ich die Bordapotheke der beiden, so wäscht eine Hand die andere – so habe ich mir das Blauwasserleben immer vorgestellt. Die beiden sind vor fünf Jahren in Hamburg gestartet und wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre die Welt umsegeln – „Wir wüssten sonst gar nicht, was wir machen sollen“ – es gibt also genung Gesprächsstoff. Zu meiner Überraschung erfahre ich, dass wir am Ostersonntag zusammen mit Matthias und Regina bei den Amerikanern zum Essen eingeladen sind, wird bestimmt interessant. Am Nachmittag sind wir im Ventilator-Jagdfieber und machen uns in die Ocean Mall auf. Am frühen Nachmittag haben die Temperaturen bereits 33°C erreicht. Glücklicherweise ist die Mall klimatisiert und wir können eine 18-Zoll Windmaschine für wenig Geld erstehen. Damit sollte der Wohlfühlfaktor auf unserer Auriga weiter deutlich steigen. Außerdem bekommt der Kapitän ein neues Tablet.

Ostersonntag beginnen wir mit einem gemütlichen, reichhaltigen Frühstück. Bis alles fertig ist darf Felix nach seinem Ostergeschenk suchen, was bei unseren Wohnverhältnissen ja eher überschaubar ist. Nach einer kurzen Suche findet er seine neuen Kopfhörer und freut sich sehr darüber. Wir vertrödeln den Vormittag, treffen uns mittags mit den beiden Hamburgern und machen uns zu Hank und Susi auf. Ihr Appartment (200 qm) befindet sich direkt am Strand im 13. Stock und bietet einen herrlichen Ausblick. Auf der einen Seite kann man über den Hafen und das Meer blicken, auf der anderen Seite sieht man Santa Marta mit den Andenausläufern im Hintergrund – Wow. Wir kochen gemeinsam und verbringen einen netten, fröhlichen Nachmittag zusammen. Obwohl am Ostermontag in Kolumbien kein Feiertag ist, sind wir lazy, das Kind hat schulfrei und wir hängen ein bisschen herum. Nachmittags schlendern Antje und ich durch die Stadt, aber die Temperaturen machen uns mal wieder zu schaffen, nach zwei Stunden sind wir durchgeschwitzt und kehren zum Schiff zurück.

Außerdem haben wir heute mit der SY Samantha telefoniert. Die beiden sind ja mittlerweile vor einer Woche in Antigua angekommen und wollen jetzt zügig nach Süden segeln. Ich bin ja gespannt, wo und wann wir uns wieder treffen werden. Die nächsten Tage ist wieder verstärkt Schul- und Bordalltag angesagt. Abends treffen wir uns mit der Jasina-Crew zum Sundowner, tauschen Programme, elektrische Seekarten, Filme und mehr aus. Festplatten wandern über die Stege, mehrere Gigabyte Daten wechseln den Besitzer. Die beiden erfahrenen Segler geben uns viele Tipps für die San Blas Inseln und leihen uns zu guter letzt auch noch ein Ankerbuch. Wir genießen die gemeinsame Zeit mit den Hamburgern sehr, leider brechen sie nach meherern Aufschüben doch Ende der Woche nach Panama auf. Allerdings ist ein Wiedersehen in den nächsten Wochen geplant. Wir haben beschlossen, die beiden als „Lineholder“ während der Passage des Panamakanals zu unterstützen. Nach einem letzten gemeinsamen Abend, heißt es dann wirklich Abschied nehmen.

Obwohl uns der Abschied diesmal wirklich schwer fällt, geht das Leben natürlich weiter und wir haben für nächste Woche Ferien anberaumt. Während unserer Inselhüpferei waren die Ausflugsziele ja meistens ziemlich überschaubar. Hier in Kolumbien müssen wir uns erst einmal gedanklich umstellen. Mit einer Fläche von 1,1 Mio km² ist Kolumbien ungefähr drei mal so groß wie Deutschland, da gibt es natürlich einiges zu entdecken. Nach vielen Gesprächen und einer ausgiebigen Recherche haben wir uns entschlossen als erstes Medellin im kolumbischen Hochland zu besuchen. Flüge und Hotel werden über´s Internet gebucht und am Samstagmorgen geht es los. Wir sind sehr gespannt, was uns in der Metropole mit 3,5 Millionen Einwohnern erwartet! Eines wissen wir aber ganz gewiss – es wird deutlich kühler sein als an der Küste!

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Fair winds und bis bald,

eure Konquistadores von der Auriga