Wer über das Meer kommt, kommt um zu stehlen…

So heißt ein ein altes sardisches Sprichwort. Wir waren in der letzten Zeit ein wenig schreibfaul, was wohl daran lag, dass wir viel unterwegs waren. Inzwischen sind wir auf Menorca angekommen, wo es uns ausgesprochen gut gefällt, aber vorher möchte ich euch noch kurz von Sardinien erzählen. Unsere Absichten waren allerdings keine bösen…

P1010159Nach unserer strapaziösen Überfahrt von Sizilien haben wir beschlossen, uns erst einmal zu erholen. Wir hatten bereits im Vorfeld schon Angebote von verschiedenen Marinas eingeholt und festgestellt, dass es wesentlich günstiger ist, gleich eine ganze Woche zu bleiben als alle zwei Nächte die Marina zu wechseln. Somit buchten wir das 10-Tages-Paket in einer sehr netten Marina am Ende des Hafens von Cagliari. Von dort aus erkundeten wir erstmal zu Fuß die malerische Altstadt, die auf einem steilen Hügel liegt, von dem aus man den gesamten Golf von Cagliari überblicken kann. P1010180Ein multikulturelles Viertel mit verwinkelten Gassen und den unterschiedlichsten P1010314kulinarischen Spezialitäten erwartete uns. Auch unser Kapitän Helmut war nach dieser stressigen Überfahrt ein wenig renovierungsbedürftig und ließ sich von einem nicht gerade zimperlichen Inder die Haare schneiden und rasieren.P1010179P1010177

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Wir mieteten uns ein Auto und düsten damit 2 Tage über die Insel. Überrascht waren wir, als wir etwas außerhalb der Stadt Flamingokolonien entdeckten, denen es an den riesigen Salzseen offensichtlich gut gefällt. Auf unserem Weg nach Norden kamen wir an zahlreichen „Nuraghen“ vorbei – prähistorischen Turmbauten aus der Bronzezeit, deren eigentlicher Zweck bis heute ungeklärt ist. P1010296Felix Bedarf an alten Steinen war sehr schnell gedeckt und so steuerten wir mittags die kunterbunte Stadt Bosa an, die wunderschön am Fluss Temo liegt. P1010201P1010220Unser nächstes Ziel war der äußerste Nordwesten der Insel, das Capo Caccia. P1010233Von dort aus führten 654 Stufen eine fast senkrechte Steilwand zur Neptungrotte hinunter. Ein toller Spaziergang mit umwerfender Aussicht auf das stahlblaue Meer! Die Tropfsteinhöhle selbst war eher überschaubar. Wir wurden mit Touristenscharen, die per Boot zur Höhle kamen, durch die engen Gänge geschleust. P1010239Anschließend mussten wir die Stufen auch wieder hinauf, was uns ein kostenloses Sportprogramm und drei Tage Muskelkater in den Wadeln bescherte.

Nach einer Übernachtung in Alghero fuhren wir am nächsten Tag an der Nordküste entlang und hielten an der von Weitem sichtbaren P1010255P1010264Festung in CalstP1010262elsardo. Von der Aussichtsplattform der Festung konnte man bis nach Korsika blicken. Danach durchquerten wir die wilde Landschaft der Gallura, die von Korkeichen und Schafen geprägt ist. P1010304Wir hatten vorher noch nie frisch geschälte Korkeichen aus der Nähe gesehen – ein sehr anschaulicher Biologieunterricht für Felix!P1010308 In dieser Region haben sich wohl schon immer Rebellen und Banditen versteckt, was man sich in Anbetracht der zerschossenen Straßenschilder sehr gut vorstellen kann. P1010312Die restlichen Tage verbrachten wir mit Vorbereitungen für unsere nächste Überfahrt nach Menorca. Ganz in der Nähe unserer Marina besuchten wir noch die Kirche von Bonaria, die der Madonna von Bonaria, der Patronin der Seefahrer, geweiht ist. „Bon aria“ heißt „gute Winde“, die wir gut gebrauchen konnten. Selbstverständlich spendeten wir ihr auch eine Kerze. Dann hieß es für uns „Arrivederci Italia“.

P1010335Mir war schon sehr mulmig zumute nach den Erfahrungen der letzten Überfahrt. In der ersten Nacht kam mir zum ersten Mal der Gedanke „was für eine Sch….Idee“, aber erstaunlicherweise verdrängt man solche Gedanken sehr schnell, wenn am nächsten Tag die Sonne wieder scheint und Wind und Welle sich von ihrer besten Seite zeigen. Vorsichtshalber habe ich mir dieses Mal ein Pflaster gegen Seekrankheit hinter das Ohr geklebt und es hat wunderbar geholfen. Wir hatten eine sehr entspannte Überfahrt nach Menorca mit Wind aus der richtigen Richtung und mondhellen Nächten. P1010378Am zweiten Tag knackten wir die 1.500 Seemeilengrenze. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Zum ersten Mal mussten wir nachts in einem fremden Hafen anlegen. Aber da alles hell erleuchtet war, ging es relativ problemlos. Dann hieß es erstmal schlafen. Segeln kann doch richtig Spaß machen!!

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Ein Gedanke zu “Wer über das Meer kommt, kommt um zu stehlen…

  1. Hallo, meine Lieben, ich weiss ja das ihr in Menorca gut angekommen seit, trotzdem vielen Dank,
    für die Beschreibung und d ie schönen Fotos von Sardinien,die ich auch erlebt habe, Felix wird ja
    bald ein junger Mann,und ich sehr gerührt wenn ich ihn sehe, und natürlich von Euch auch.
    Auf der Überahrt nach Sardinien habt Ihr wieder Grossartiges geleistet, ich hoffe und bete dass
    Ihr diese Unwetter auf dem Meer nicht mehr erleben müsst.
    Ich wünsche Euch für die nächste Etappe alles.alles Gute und Schiff Ahoi
    Heimatliche Grüsse von
    Öma Inge

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